Windhoff erhält Großauftrag für den Geschäftsbereich ZfP (Zerstörungsfreie Prüftechnik) von Voest Alpine Linz.

 

Rheine, Januar 2007. In den vergangenen Jahren hat die Bedeutung der zerstörungsfreien Prüftechnik über alle Branchen verteilt deutlich zugenommen. Auch im Bereich Stahlproduktion und Stahlverarbeitung sind die Anforderungen an Qualität und Fehlerfreiheit weiter gestiegen.

Bei der Voest Alpine Grobblech stellt man seit jeher hohe Anforderungen an die Qualität und in Folge dessen auch an die Prüftechnik. Wurde bisher bei der Offline Prüfung überwiegend manuell geprüft, soll in der Produktion von Grobblechen bei der Voest Alpine Grobblech GmbH in Linz nun eine neue Offline - Ultraschallprüfanlage zur Prüfung von Grobblechen in Betrieb gehen. Windhoff hatte sich im Rahmen einer Ausschreibung für diese anspruchsvolle Aufgabe beworben und konnte sich im Rahmen dieser Ausschreibung erfolgreich gegen namhafte Mitbewerber durchsetzen. Windhoff wurde mit der Erstellung und Inbetriebnahme der Prüfanlage beauftragt. Eine Aufgabe die hohe Anforderungen sowohl an die Prüftechnik wie an die Automatisierungstechnik stellt und neue Maßstäbe für die ZfP im Walzwerk setzt.

Die Prüfanlage wird als sogenannte Offline Prüfanlage für die Qualitätssicherung konzipiert. Offline bedeutet, dass Grobbleche nicht direkt in der Walzstrasse geprüft werden, sondern aus der laufenden Fertigung zunächst über ein Zwischen- und Abkühllager laufen und dann auftragsbezogen der Prüfanlage zugeführt werden. Die Bleche erreichen mit einer Größe von bis zu 12,5m x 4,2m und einer Dicke von maximal 270mm ein für die ZfP beachtliches Gesamtgewicht von bis zu 30t. Dennoch müssen die Bleche zuverlässig auf kleine Fehler untersucht werden können. Dies erfordert neben großen Anstrengungen bei der Auslegung der Antriebstechnik auch eine ausgeklügelte Mechanik für das Portal und die Prüfkopfträger. Denn obwohl die Prüfbedingungen im Walzwerk und bei Temperaturen von bis zu 150°C nicht gerade als ideal für hochgenaue Prüfungen bezeichnet werden können, müssen die Prüfköpfe millimetergenau über das Blech gefahren werden.

Neben der Genauigkeit steht auch eine effiziente Nutzung der Prüfanlage im Vordergrund. So müssen zwei Bleche mit maximaler Größe gleichzeitig in der Prüfanlage platz finden, wodurch an einem Ablageplatz geprüft werden kann während am anderen be- oder entladen wird. Dies spart Zeit und stellt die Basis für einen hohen Nutzungsgrad der Prüfanlage dar.

Neben der zeitsparenden Be- und Entladung auf der einen Seite bei gleichzeitig laufender Prüfung auf der anderen Seite, kommt natürlich auch der eigentlichen Prüfzeit eine wesentliche Bedeutung für den Nutzungsgrad zu. Deshalb werden auch hierbei hohe Anforderungen gestellt. So darf die Prüfzeit für ein Blech mit den maximalen Abmessungen höchstens 5 Minuten in Anspruch nehmen. Eingeschlossen ist neben der optischen Vermessung mittels Laserscanner für Lage und Größe des Bleches, die eigentliche Ultraschallprüfung und die Auswertung der Prüfergebnisse. Lediglich die computerunterstützte Positionierung der Kundenkommission inklusive der Markierung mittels Nadelmarkierung auf dem Blech wird aufgrund der manuellen Arbeitsschritte im Anschluss an die Prüfung durchgeführt.

Die Prüfdaten müssen aufgrund einer stark internationalen Kundenstruktur der Voest Alpine, nach weltweit unterschiedlichsten Normen und Vorschriften ausgewertet werden. Dadurch entstehen hohe Anforderungen an die Funktionalität der Ultraschall-Software, die vollständig im Hause Windhoff entsteht.

In weiteren Schritten werden Schnittmarkierungen für die Bearbeitung und die Blechdaten wie z.B. Kommissionsnummer, Charge und FirmenLOGO direkt auf das Blech aufgebracht.

Durch die hohe Verzahnung aller Arbeitsschritte in Verbindung mit einer weitreichenden Automatisierung wird eine hohe Reproduzierbarkeit und die lückenlose Dokumentation der Prüfergebnisse sichergestellt.

Die engen Vorgaben für Prüfzeit und Fehlerauflösung können nur durch den Einsatz modernster Automatisierungs- und Ultraschalltechnik in Verbindung mit leistungsfähiger Auswertesoftware erreichet werden. Speziell für diesen Bereich und vor dem Hintergrund der zu erwartenden Umgebungsbedingungen im Walzwerk, kann Windhoff auf umfangreiches know-how zurückgreifen. Als einer der ganz wenigen Anbieter am Markt ist Windhoff in der Lage, Ultraschall Prüfanlagen inklusive des Maschinenbaus als Komplettsystem „aus einer Hand“ zu liefern. Hierfür werden Synergien zwischen dem prüftechnischen und dem maschinentechnischen know how zum optimalen Kundennutzen miteinander verknüpft.

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