Neue Charge Coiltransporter

 

Rheine, Januar 2007. Die Ausführung der vier im Jahre 2005 ausgelieferten Fahrzeug für die Glühhalle an Arcelor Flat Carbon Steel in Gent/Belgien hat sich in der Praxis bewährt, der Folgeauftrag für vier weitere Fahrzeuge wurden jetzt bei der Windhoff Bahn- und Anlagentechnik GmbH platziert.

Im Jahr 2006 wurde kundenseitig die gesamte zuführende und abgehende Coillogistik der Glühhalle von Coilachse senkrecht auf Coilachse waagerecht umgestellt. Durch die in den Fahrzeugen integrierte Dreheinrichtung, konnte der Materialausschuss an beschädigten Coils massiv reduziert werden.

Die schienengebundenen Fahrzeuge werden mit dem Kran be-/ und entladen und transportieren jeweils bis zu 4x35t Coils im Bereich der Glühhalle. Jeder Ablageplatz auf dem Fahrzeug erhält eine Kippeinrichtung um die Coils um 90 für die Glühofen in Achse senkrecht zu drehen. Der Fahrweg beträgt 230m und die Fahrgeschwindigkeit 60m/min. Angetrieben werden die Fahrzeuge mit einem redundanten Antiebssystem (2x2x9,2kW) über frequenzgesteuerte Antiebsmotoren. Die nötige Energie wird über eine mitfahrenden Kabeltrommel eingespeist. Die Motoren der Dreheinrichtung (4x5,5kW) werden ebenfalls sanft über Frequenzumrichter angetrieben. Gesteuert wird jedes Fahrzeuge von zwei Steuerungen, einer SIEMENS SPS für die fahrzeugspezifischen Funktionen und einer Safety-Bus PILZ SPS für die sicherheitsrelevanten Funktionen.

Noch werden die Fahrzeuge im Teilautomatikbetrieb durch mitfahrende Bediener gefahren. Für Mitte 2007 ist eine Steuerungserweiterung geplant. Zukünftig erhalten alle 8 Fahrzeuge Ihre Fahrbefehle über ein sicherheitsgerichtetes Leckwellenleiter-Datenfunksystem von einer zentralen Bedienstelle. Für diese Aufgabenstellung war eine intensive Gefahrenanalyse mit Risikobeurteilung nötig. Zukünftig ist ein Bediener ist in der Lage alle Fahrzeuge zu koordinieren. Auf einem SIEMENS OperatorPanel werden die Anlage und die Fahrzeuge schematisch dargestellt. Ferner erlaubt die Visualisierung die Erteilung von Fahraufträge und die Anzeige von Status- und Störmeldungen.

Aufgrund der Safty-Bus Datenanbindung zu den Fahrzeugen können problemlos sicherheitsgerichtete Signale bidirektional übertragen werden. Sogar die Übertragung von selektiven Not-Aus Signalen ist möglich. Die Kranfahrer der bestehenden Hallenkrane werden in das Sicherheitskonzept mit einbezogen, sie erhalten einen Not-Halt Schalter. Ein Personen-Anfahrschutz für den Automatikbetrieb wird über stirnseitig angebrachte Laser-Scanner realisiert.

Der Folgeauftrag macht erneut für Windhoff deutlich, dass sich Qualität, intensives Engineering und eine enge Kooperation mit dem Kunden nicht nur in Zahlen wiederspiegelt, sondern auch eine Herausforderung darstellt, die Spaß machen kann.

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